von Ar’Nathan Gilmfridd dem Weissen

Kapitel 1: Der Geist ist frei
Hoere, Strebender, der Du auf der Suche nach Weisheit und Erleuchtung bist: Mein geringer Name ist Ar-Nathan Gilmfridd und Du wirst meine unreifen Gedanken lesen. Niemand bin ich im Vergleich zu den Herren der Luefte, dem ewigen Wind, dem Sturm im Herzen der Welt und dem Donner über ihren Daechern. Mein einziges Streben ist, eins zu werden mit den warmen Winden des Suedens, den stuermen des Ostens, der Kaelte des Nordens und der Veraenderung des Westens. Ich strebe demütig danach zu lernen und zu erfahren, was mein Meister Khor’Zhul und die anderen hohen Herren zu lehren vermögen. Diese Sammlung an Theorien soll nur einige Ideen wieder spiegeln, welche ich in den letzten Zyklen aufgestellt habe. Zwar mögen sie von manchen gewagt genannt werden, doch wird die Größe und Gunst Aeris mir doch erlauben, meinen Geist frei schweifen zu lassen. Denn was sind wir Sterblichen denn anderes, als Geschöpfe die stets das falsche tun um das wahrhaft richtige zu erreichen, was wünschen wir anderes, als Antworten auf unsere Fragen, um nicht zu jeder Zeit an allem Zweifel zu hegen?

Kapitel 2: Die Weltensphaeren
Bevor wir uns auf die Mikroebene der Existenz, den Bestandteilen exestentieller Materie auf der Basis einzelner Objekte oder Aspekte, begeben, ist es nötig die Makroschöpfung zu betrachten. Zwar wäre die Beobachtung von der Positione einer Metakonstruktion aus hierbei vorzuziehen, da diese allerdings mehr Spekulationen benötigen würde, als einem aufrichtigen Forschergeist zuträglich sind möchte ich davon an dieser Stelle ablassen. Ich entschuldige mich daher dafür, dass ich im folgenden Wissen rezitiere, dass jeder Scholar in seinem ersten Zyklus bereits als Grundlagen kennt, doch nur in den elementarsten Wahrheiten können die größten Irrtümer gefunden werden. Vor dem Anfang war Nichts, ein reines Absolutum. Viele sagen, hierin lag die einzig wahre Harmonie. Andere jedoch meinen, es gibt kein Gleichgewicht, wenn die Wagschalen leer sind. Und vielleicht war dies der erste Streit, denn aus dem Nichts entstand der erste Gegensatz. Nicht ein sondern vier Gedanken waren am Anfang. Und da die Zeit erst später entstand und niemals für diese ersten Gedanken gültig war, da sie nicht linear existieren hielt dieser Zustand ewig an, besser gesagt hält noch immer an. Dieser Zustand war durch das Fehlen an Veränderung reine Stagnation. Und so entstand der primitive Wunsch nach Veränderung. Doch allein der Wunsch reichte schon und die Zeit begann, da er eine Veränderung zu dem Zustand davor darstellte. Und er löste eine Kettenreaktion aus. Aus den vier Gedanken wurden vier Ideen, die uns als Kral Urien, die Seelen des Wandels bekannt sind. Mit ihnen entstanden auch die Wünsche, Träume, grundlegende Triebe und Emotionen wie Angst sowie Verlangen nach Macht, Ausgleich, Ordnung oder Chaos. Einer jeder Kral Urien sind sowohl immaterielle wie auch materielle Aspekte zugeordnet; wie es ihnen dabei möglich ist zugleich innerhalb und ausserhalb der Zeit zu existieren ist mir immer noch ein Rätsel, doch soll und können die Zeitlosen nicht Inhalt dieser Arbeit sein. Vielmehr soll ihr Werk es sein. In ihrem ersten Handeln schufen sie die materielle Welt und damit nicht nur den Wandel selbst, sondern in Abgrenzung ihrer Schöpfungskraft die vier elementaren Sphaeren sowie die erste Zwischenwelt. Diese, in meinen Augen weit weniger perfekt als die später durch den Kam’wa konstruierte, dient noch heute einigen Forschern als Ansatzpunkt, denn sie hoffen, darin Antworten auf ihre Fragen betreffend des Goldenen Traumes zu finden. In ihrem zweiten Tun entstand die Kral Quihenya und dadurch auch die Sphaere des Übergangs, welche das Batodd, welches ich in einem späteren Kapitel näher erleutern werde, zurück zum Ursprung führt. Diese Sphaere ist höchst interessant; der geneigte Interessent mag dazu die Aufzeichnungen von Ar’janka Fey zu Rate zieheh, die sich intensiv mit den Wechselwirkungen auf dieser Sphaere auseinandersetzt. Zu guter letzt wäre noch das Zuhl selbst anzuführen, welches - den Lehren und Forschungen meines Meisters zu Folge - als Gegenpol zu der materiellen Welt entstand, denn wie will man etwas abgrenzen ohne den eigenen Ort zu bestimmen. Die immaterielle Welt der Zeitlosen ist dabei zu einem Teil die Heimat aller Wünsche, Träume und Emotionen sagt Kor’zuhl, was ich natürlich nicht anzuzweifeln mich wage, auch wenn es mir reichlich suspekt erscheint, was für Aspekte und Begrifflichkeiten er dabei anführt. Auch gilt es noch zu beweisen, dass diese Bereiche niemals von einem physischen Körper betreten werden können obwohl zugleich jedes Bewusstsein hier verankert scheint, doch nur die wenigsten in in der Lage sind, diese Welt so gezielt zu manipulieren wie selbst niederste Lebensformen es in der materiellen Welt können.

Kapitel 3: Die Aspekte der Substanz
Um nun zu bestimmen, was exakt Leere ist muss man zuerst ihr Gegenstueck in Augenschein nehmen. Dies ist - und hier erlaube ich mir die Dreistigkeit in aller Vorsicht das Urteil meines Meisters ein klein wenig in Frage zu stellen - nicht die sphaera aeris sondern die Materie in ihrer ureigensten Form. Khor’Zhul moege mir verzeihen, doch ich moechte den Aspekt meiner Untersuchung auf ein Ebene verlagern welche ueber den vergleichsweise simplen Belangen der Elemente liegt. Ich nenne es Aspekt da mir weder Begriffe wie Substanz noch Objekt richtig erscheinen wenn ich ueber etwas spreche wessen ureigenste Natur das Fehlen jeglicher Essenz ausmacht. Kommen wir also zum Aufbau des Antiaspekts der Leere: Der Materie. Betrachten wir also die einzelnen Bestandteile exestentieller Materie. Suche die mystischen Zahlen in der Gruppierung. Gehen wir von Aussen nach Innen: Gemaeß den Lehren meines Meisters wirken hier Zhul und Ka-Zhul als Traumkoerper und Traumselbst jeder Essenz und Existenz und stellen eine dauernde Verbindung zu den Reichen jenseits der Realitaet dar, in denen ein Teil der Seele der Welt zu jeder Zeit wandelt. Jo’kor bezeichnet die Tendenz oder Natur einer Materie, einerseits zum Guten und andererseits zum Schlechten oder wie es zumeist in den Basisformen der Schoepfung zu finden ist hin zu absoluter Neutralitaet. Doran ist der Wahre Namen und dadurch ein integraler Bestandteil jeder Existenz. Den inneren Teil ergeben: Kahat, der physische Koerper, die Huelle ist ein Teil des Ganzen. Lo-uttan bezeichnet die Kraft und Energie welche alles erfuellt und durchdringt und aus der auch magische und andere sphaerische Kraefte entweichen. Sie ist in jeder individuellen Existenz unterschiedlich ausgepraegt, und kann sich waehrend der Existenzspanne veraendern. Ankar stellt ein aetherisches Doppel jeden Objektes dar, sozusagen die innere Schale seiner selbst. Batodd ist der Kern welcher nur Beseeltem zueigen ist und der Quell aller Emotionen und Intelligenz welcher zuweilen eingeht in die anderen Reiche nach unserem Existenztod. Khaibit ist der dunkle Schatten der Existenz, der Antipol. Eines ist nichts ohne das andere. Wer sich dieser Teile gewahr wird, kann auch das Ganze erkennen. Unendliche Macht liegt in der Kontrolle ueber diese einzelnen Teile. Aber auch unendliche Gefahr fuer das Ganze. Wir liegen kurz unser Augenmerk , bevor wir uns neuen Dingen zuwenden auf ausgesuchte Teile. Vernehme den 23 Gesang aus dem Buch des Bevorstehenden: ¨ Ankar! Du hast einst den Himmel bessessen, du ererbtest die Erde, du durchwandertest die Wellen, du meistertest das Feuer, du verwarfst Licht und Dunkelheit. Nun hilf mir die Gefilde des ewigen zu durchschreiten.” Reflektiere ueber diese Zeilen und schoepfe ueber der Betrachtung des Ankar als deinem Astralkoerper, geladen mit deiner Macht an Lo-uttan, nie geloest sondern verbunden mit der Silberschnur deines ewigen Batodd. Einer Diskussion dieser Thesen und Subaxiome bin ich jederzeit aufgeschlossen. So wir diesen Punkt verstanden und verinnerlicht haben koennen wir weiter schreiten auf dem Pfad der Erleuchtung.

Kapitel 4: Antithesis der Materie
Vorneweg moechte ich - wie bereits im ersten Kapitel - erwaehnen, dass all diese Thesen natuerlich rein hypothetischen Charakter haben. Es kann und darf nicht das Ziel eines Mitglieds der Uhlanen sein, die Aufloesung der Schoepfung anzustreben und so ist es auch nicht mein Ansinnen mit meinem Meister und den Elementen zu brechen. Da jedoch die kultivierung und staendige erweiterung des vergaenglichen Geistes das hoechste Ziel meines Volkes ist kann ich nicht Umhin zu denken, was andere nicht zu traeumen wagen und niederzuschreiben, was viele als Ketzerei auslegen werden! Doch kommen wir nun zurueck zur Umkehrung dessen, was wir in Kapitel 2 festgestellt haben. Welche Teile der Existenz werden weiterhin benoetigt und welche muessen entfernt werden? Der erste Gedanke fuehrt selbstverstaendlich zu Lo-uttan, welche alles von Innen erfuellt und jedem Objekt einen Sinn verleiht. Batodd geht damit einher, sobald man die Ueberlegung von Unbeseeltem zu Beseeltem ausweitet. Doch koennen diese beiden nicht extrahiert werden wenn nicht zuvor das Jo’kor entfernt wird, da es die anderen beiden Teile wie eine schuetzende Huelle verwahrt und vor jeglichem Schaden huetet. Sind diese drei kein Teil des Ganzen mehr so steht der Weg zur voelligen Kontrolle dieses Objektes offen! Denn jede Materie, jeder Geist und jede Schoepfung kann - so sein Inneres nicht mehr erfuellt ist von den Kraeften Lo-uttans, Batodds und Jo’kors - von einem jeden Willen kontrolliert werden, vorausgesetzt dieser Wille besitzt die entsprechende Macht. Die uebrigen Schalen koennen grundsaetzlich ohne die drei existieren, doch ist kein steuernder Wille vorhanden wird das Kahat nach nicht zu langer Zeit vergehen. Die Zeitspanne haengt hier von der Art der Materie ab, aus der die Huelle geformt ist. Doch ist man an diesem Punkt angelangt, so hat man noch laengst nicht die Antithese der Materie erreicht, denn das Objekt der Untersuchung ist noch immer ein Teil der Existenz und besitzt weiterhin seine Form und einen Position in der Schoepfung. Eine absolute Vernichtung des Kahat an dieser Stelle durch rein physische Kraefte ist meines Erachtens nicht zu bewirken, da selbst die groeßten mir bekannten Kraefte Materie nur in immer kleinere Teile zu zerlegen vermoegen und nicht sie vollstaendig aus der Schoepfung zu entfernen. Es muss daher ein anderer Weg gefunden werden! Der Schluessel liegt in den Geheimnissen des Khaibits.

Kapitel 5: Dekonstruktion der Existenz
Wie der geneigte Leser dieser Abhandlung gewiss aus den Werken Sephistikos ueber Actio und Reactio schließen kann ist jede Manipulation eines Systems durch ein in selbiges System integriertes Objekt an die Mechanik und Logik des Systems gebunden. Nur ein Objekt welches weder aus einem Super- noch einem Subsystem stammt kann als Adstrat in angenommenes System eingreifen ohne in seinen Handlungen gebunden zu sein. In diesen wenigen Worten liegt die Weisheit und der Schluessel zu allem. Die Welt und Schoepfung in der wir existieren und die Mitraspera genannt wird ist ein solches System. Doch daneben gibt es andere, die anderen Regeln unterworfen sind. Was fuer uns logisch ist mag es dort nicht sein. Ursachen die bei uns immer zu einer bestimmten Wirkung fuehren erzeugen dort andere Reaktionen. Wenn nun eine Ursache aus diesem alternativen System in ein anderes System eindringt kann es dort ohne an die Gesetze der Mechanik und Logik gebunden zu sein handeln. Eines dieser Gesetze - eben dieses welches fuer meine Abhandlung von groeßter Bedeutung ist - besagt, dass es in einem geschlossenen System wie der Schoepfung Mitrasperas nicht moeglich ist ein Objekt vollstaendig zu entfernen ohne das etwas zurueck bleibt. Dieses Gesetz zu umgehen ist nur einer Ursache moeglich die selber Adstrat zu ihrem Wirken ist. Wie die Forschungen meines Meistres, des ehrenwerten Khor’zhuls gezeigt haben befinden sich alle bis auf drei Schalen der Existenz innerhalb eines Systems. Nur das Khaibit und zwei weitere liegen ausserhalb und sind dadurch unserer Beeinflussung entzogen. Wuerde es jedoch gelingen einen weg hinueber in die Existenzebene des Khaibits finden so koennte man ohne an die Gesetze der Ebene gebunden zu sein eben dieses vollstaendig aus der adstraten Schoepfung entfernen. Die folgende These ist nicht zu beweisen, da ein Experiment welches sie bestaetigen koennte nicht nur die Schoepfung selbst gefaehrden wuerde sondern selbstverstaendlich auch gegen den Willen der Elemente ist. Eine mentale Spekulation hierueber ist allerdings noetig um den Kosmos zu verstehen welcher die Huelle unserer Welt bildet. Die voellige Dekonstruktion des Khaibits eines Objektes unseres Systems durch ein Eingreifen in das Adstrat wuerde dazu fuehren, dass eben selbes Objekt in unserem System nicht nur absolut vernichtet wuerde, sondern dass der Raum und die Zeit die es eingenommen hat ebenfalls dekonstruiert wuerden. Die Konstruktion absoluter Leere.

Notatio: Der geneigte Leser mag meinem Schueler Ar’Nathan fuer seine Worte verzeihen. Er ist jung und eifrig sich zu beweisen. Sein Streben nach Ansehen und Geltung tragen seine Gedanken oft in Sphaeren welche wir nicht einmal im Ansatz zu betreten gedenken. Die Uhlanen sind Aeris treueste Diener im Geiste und werden dies immer sein. Die beschriebene Vorgehensweise wuerde schon im ersten Schritt einen absoluten Stillstand erzeugen welcher weder im Sinne des Chaos noch Ordo ist und somit gegen die Grundprinzipien jeglicher Ethik verstoe ßt. Solche Experimente beschraenken sich in den Reihen der Uhlanen selbstverstaendlich auf rein mentale Ebene und werden niemals das Licht der Welt erblicken. Hochachtungsvoll und in Respekt vor dem Weg meines Schuelers,

Ar’janka Horatio Dekundato Khor’Zhul