Tag 41:
Wie lange marschieren wir nun schon in diese Wildnis umher? Ich weiss es nicht mehr. Nein, das ist nicht richtig. Natürlich weiss ich es. Seit 31 Tagen sind wir nun schon hier in dieser Wildnis und jagen Servellia und ihre Aufständigen hinterher. Doch sind und bleiben sie verschwunden. Der Kommandant ist launisch und das herumirren in der Wildnis setzt ihn zu. Das spüren auch die Männer. Die Moral ist im Keller und die Offiziere mussten schon Strafen vollhängen um die Disziplin aufrecht zu erhalten. Diese Strafexpedition scheint mehr eine Qual für uns selbst zu sein als ihr eigentliches Ziel zu erfüllen.

Tag 44:
Die Kundschafter berichteten von seltsamen Dingen südlich von uns, etwa einen Tagesmarsch entfernt. Das Land soll dort schrecklich entstellt sein. Trotz der einiger Bedenken seiner Ratgeber, hat der Kommandant beschlossen der Sache nachzugehen.

Tag 45:
Welch schrecklicher Anblick. Das Land vor uns wirkt völlig verstellt und verdreht. Wir fanden eine breite Schneise der Zerstörung. Zuerst war da diese Wasserquelle. Ein kleiner See. Man konnte sich noch vorstellen wie es einst hier war. So schön friedlich. Angenehm und Still. Doch nun ist alles verdorben worden. Der See war mehr wie eins stinkender Sumpf aus einen schwarzen, öligen Wasser. Ständig stiegen Blasen an die Oberfläche und zerplatzten dort um dabei einen ekelhaften Geruch von sich zu geben. Fliegen, Mücken und andere kleine Stechtiere waren in der Luft und ihr Surren war wie ein unheimliches Flüstern. Tote Fische trieben an der Oberfläche des Sees und einige der Männer behaupteten sogar, sie hätten für einen kurzen Augenblick etwas großes im See schwimmen sehen. Etwas mit langen, fürchterlichen Tentakeln, doch so sehr wir auf das Wasser starrten, sahen wir nichts, ausser dieser fürchterlichen Verderbnis von Aquas Gewässern. Die Ufer, wohl einst aus saftigen grünen Wiesen, Sträuchern und Bäumen bestanden, waren jetzt nur noch tote Fläche. Eine braunschwarze, schlammige Masse war das Ufer und wir sahen in diesen Dinge die jenseits aller Beschreibung spotten. Dinge die zu grauenhaft waren als das man sie niederschreiben sollte. Die Pflanzen, Sträucher und Bäume waren Tod. Die meisten zumindest. Verdorrt und verwelkt standen sie in der Landschaft wie ein stummes Mahnmal von unvorstellbarer Greultat. Doch einige lebten dennoch. Sie waren fürchterlich entstellt und verdreht. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ihre Farbe wirkte so kränklich. Überzogen mit Pilzen und Schimmeln, Einer meiner Begleiter beschrieb es treffend. Die wenigen Bäume die noch lebten, wirkten bösartig und gefährlich. Als würden sie nur darauf warten das man ihnen zu nahe kam damit sie einen packen konnten um irgendwas schreckliches mit einen anzustellen. Das Gras um den See war abgestorben, und nur braune, tote Erde war zu sehen. Als wäre die Erde selbst vergiftet worden. Wir fanden einige Kadaver von Tieren. Fürchterlich entstellt. Sie stanken entsetzlich und Fliegen, Maden und Würmer labten sich an dem toten, verfaulten Fleisch. Wir fanden auch die Überreste eines großen Lagers. Es sah so aus als wären erst vor kurzen hier eine große Anzahl von Personen gewesen und hätten den Ufern des Sees ihr Lager aufgeschlagen. Der Kommandant ist sich sicher das es Servellia und ihre Anhänger waren. Ich weiss nicht was der schlimmere Gedanke ist. Das jemand an einen solchen ort freiwillig lagert und das vielleicht sogar Tagelang. Oder das jemand eine solche Macht hatte, all dieses Grauen hier anzurichten.

Tag 46:
Wir folgen einen Bach der von dem See wegführte. Er war ebenso verseucht wie der See selbst und das Land um ihn herum, sah nicht besser aus als das Ufer am See. Es ist wie eine Giftader die sich durch das Land zog.

Tag 47:
Diese schrecklichen Hunde. Oder waren es Wölfe? Sie kamen in der Nacht über das Lager. Als wären sie Tollwütig. Sie waren so groß wie ein ganzer Mann und ihr Fell war lang und struppig. Es waren so viele. Sie kamen über das Lager und rissen Zelte und Wägen um. Einige unserer Reit- und Lasttiere fielen ihnen zum Opfer und leider auch viele unsere Männer. Andere wurden auf grausame Art und Weise von ihnen verstümmelt. Doch wir konnten sie zurückschlagen und erschlugen viele von ihnen. Als es vorbei war, zählten wir 14 von ihnen und der Kommandant hat befohlen das wir sie verbrennen sollten. Was für ein Gestank.

Tag 51:
Unsere Kundschafter fanden erneute Spuren von Wägen, Reittiere und viel Fussvolk. Sie ziehen südlich. DerKommandat hat beschlossen sie zu verfolgen und zu stellen. Zum Glück haben wir den Bach und das verseuchte Land verlassen. Es war ekelhaft und grauenhaft zugleich. Keiner von uns konnte ruhig schlafen obwohl, abgesehen von dem Überfall der Hunde, nichts geschah. Doch diese Unreinheit des Landes war fürchterlich und kaum zu ertragen.

Tag 52:
Die Schlacht ist vorbei. Es war zur Mittagsstunde als sie sich zum Kampf stellten. Wie in einen blinden Wutanfall schienen sie plötzlich umzudrehen und uns entgegen zu marschieren. Der Kampf war brutal und schell. Keine großen Manöver. Keine Strategie oder dergleichen wie ich sie sonst im Krieg erleben durfte. Wir sahen sie auf uns heranstürmen und noch ehe der Kommandant Ordnung in unsere Linien gebracht hatte, waren sie schon unter uns. Ich habe viel von Servellia und ihren Anhänger gehört, doch hatte ich bis heute immer noch Zweifel an der Richtigkeit dieser Geschichten. An der Richtigkeit unseres Feldzuges gegen sie. Doch nun, wo ich sie erblicken konnte Zweifel ich nicht mehr. Ich sah Naldar, Linesti, LonaAkata und andere. Aus den vielen Völkern unseres schönes Landes. Doch waren sie schrecklich entstellt. Ihre Kleider waren zerrissen und verschmutzt von der langen Reise. Sie trugen Waffen und Rüstungen aller Art die sie aufgesammelt hatte. Vermutlich von den Toten vergangener Greultaten. Ihre Leiber waren aber noch schrecklicher. Überall sahen wir Beulen und Pusteln. Offene Wunden aus denen Eiter floss und sich Fliegen und Würmer labten. Und Mutationen welche das Fleisch auf so grauenhafte Weise entstellte. Eine Wolke des Gestankes ging von ihnen aus der uns schier den Atem zu nehmen schien. Einst mögen sie unsere Brüder und Schwestern gewesen sein, doch jetzt waren sie nur noch Tiere. Wilde. Barbaren. Sie schrien und grunzten und obwohl sie so schrecklich erbärmlich aussahen, bewegten sie sich schnell und kräftig das man es nicht glauben würde, wenn man es nicht selber gesehen hätte. Sie mochten vielleicht nichts von Taktik und Schlachtgebräuchen verstehen, doch kämpften sie wie Wilde Tiere. Wenn man ihnen in die Augen sah, dann sah man keine Angst. Nur puren Hass. Als seien sie von Sinnen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Sie schlugen hart und wild zu. Doch nutzten sie nicht nur ihre Waffen sondern auch Klauen und andere körperliche Entstellungen. Sie bissen wie wilde Tiere und spukten herum. Ja einige ergaben sich sogar und nutzten dies als Waffe. Es warE ein Alptraum. Das hatte nichts mehr mit Krieg zu tun. Es war ein einziger Kampf um das Überleben. Und auch als wir sie einen nach den anderen erschlugen, und jeder von ihnen verlangte einen hohen Preis von uns, wichen sie nicht zurück. Keiner von ihnen floh. Nein es schien sie nur noch anzustacheln. Und selbst als wir dachten wir hätten sie erschlagen, kämpften sie plötzlich wieder weiter. Ein Alptraum. Doch wir waren Siegreich und der Spuck hat nun ein Ende.

Tag 53:
Wir haben uns geirrt. Es ist noch nicht vorbei. Als wir die Leichen der Feinde zählten, waren es zu wenige. Waren es doch nur an die 30. Und Servellia war nicht unter ihnen. Es waren viel zu wenige. Die Männer sind enttäuscht und erschöpft. Hofften wir doch alle das dieser Alptraum ein Ende nun hätte. Wir verbrannten die Leichen und zogen weiter. Erst hier, einen Tag vom Ort der Schlag entfernt, hier in der unberührten Wildnis des Landes, gestattete der Kommandat das Lager aufzuschlagen. Wollte er doch erst etwas land zwischen uns und den schrecklichen Ort des Kampfes bringen. Wir bleiben für 3 Tage um uns zu erholen, die Verletzten zu behandeln und die Schäden zu reparieren, welche der Kampf angerichtet haben. Die Hälfte von uns ist gefallen. Trauer und Wut herrscht im Lager unter den Männern. Dennoch will der Kommandant nicht aufgeben und weiter nach Servellia suchen.

Tag 60:
Einige der Männer sind krank geworden und so Lagern wir immer noch hier. Ich fürchte, das wir nun die Nachwirkungen des Kampfes mit den Servellias Anhängern erleben. Ich habe mit dem Kommandant darüber gesprochen doch in seiner Arroganz wischte er dies weg. Er will die Zusammenhänge nicht sehen. Die Ärzte und Heiler die wir dabei haben versuchen ihr bestes, doch für so was sind sie nicht ausgerüstet. Die Hälfte der Männer sind erkrankt. Wunden des Kampfes, dagegen können sie helfen, doch hier scheint eine Seuche sich unter uns auszubreiten.

Tag 62:
Heute hatten wir unseren ersten Todesfall. Der erste der an der Seuche gestorben ist. Angst geht im Lager umher und die Moral hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. DieMänner erzählen sich schreckliche Schauergeschichten am LagerfeuerE als würde das die Lage verbessern. Der Kommandant selber scheint wie von Sinnen zu sein und einzig das viele seiner Männer nicht marschfähig sind, lässt zwingt ihn an diesen Ort zu bleiben. Es scheint für ihn eine Qual zu sein und er lässt seine Enttäuschung und seine Wut, das er den Feldzug nicht weiterführen kann an seinen Untergebenen aus.

Tag 68:
Der Kommandant hat heute einen neuen Wutanfall bekommen und es schien fast so was wie Rebellion in der Luft zu liegen. Einige meinen er hätte den Verstand verloren und wäre nicht mehr in der Lage das Kommando zu führen. Die Seuche breitet sich weiter aus und es gab weitere Todesfälle. Doch am schlimmsten sind die ständigen Qualen die man überall sieht. Die Heiler haben es aufgegeben, die Erkrankten an einen Ort des Lagers zu sammeln, dafür sind es zu viele. Viel eher rennen sie ständig umher um die Not soweit es ihnen möglich ist, wenigstens etwas zu mildern.

Tag 70:
Der Kommandant brach heute mit denen auf, die noch in der Lage dazu waren. Er will weiter auf Servellia jagt machen. Es gab großen Streit darüber unter den Offizieren. Einige sahen dies als Wahnsinn an. Manche sprachen offen von Verrat an den Männern. Doch der Kommandant blieb sturr. Also zog er heute morgen ab. Nur noch ein Viertel der Männer gingen mit ihm. Der Rest weigerte sich, die meisten waren aber einfach nur zu schwer krank. Ich sitze nun hier in einen Lager, das mittlerweile mehr einen Lazarett als einen Feldlagers einer großen Armee glich. Frag ich mich doch wann ich erkranke. Es gibt kaum jemanden der nicht erste Anzeichen der Seuche zeigen. Einige der Männer bezogen Posten um wenigstens etwas Wache zu halten. Nicht das wir uns jetzt noch groß verteidigen könnten. Die Lage ist Hoffnungslos und mir kommt der Gedanke das dies mehr und mehr ein Todeslager wird. Wir warten hier nur noch auf unser Ende. Die Seuche scheint schlimmer zu werden. Egal wohin man blickt, überall liegen Männer. Sich winden und vor Schmerzen stöhnend. Immer mehr von den Erkrankten scheinen in einen Wahn des Fiebers zu fallen. Stammeln sie von fürchterlichen Dingen etwas und reden mit Dingen die nicht da sind. Jene die noch nicht so schwer erkrankt sind, versuchen zumindest ein wenig die Ordnung noch aufrecht zu erhalten und das Lager zu versorgen.Wozu?

Tag 78:
Einige der Männer sind verschwunden. Niemand weiß wohin. Einige sprechen darüber das man sie geholt hätte. Doch wer sollte sie holen? Hier in dieser Wildnis? Gab es doch keinen Kampf. Keinen Überfall. Und doch habe ich das Gefühl das wir nicht mehr alleine sind. Etwas Grauenhaftes ist an diesen Ort. Belauert uns. Schleicht umher. Das Merkwürdigste ist doch, das diese Männer schwer krank waren. Kaum in der Lage das Bett zu verlassen. Was will man mit solch armen Seelen? Ich habe gehört einige von den verschwundenen wären, von alleine aus dem Lager gestürmt. Völlig in einen Wahnsinn verfallen und von einer unnatürlichen Kraft und Stärke erfüllt.

Tag 81:
Ich fürchte das Ende naht. Die Heiler haben den Kampf aufgegeben. Sind sie doch selbst erkrankt. Kaum einer, der nicht infiziert ist. Die Toten liegen offen rum, den es gibt niemand mehr der sie beerdigen kann. Das Lager ist erfüllt von Schreien und Stöhnen. Vom Flehen und Gebeten, doch keine Hilfe wird kommen. Fliegen und Würmer Nagen an den Toten und jenen die es bald sein werden. Wir warten nur noch auf das Ende. Welche Torheit hat uns auf diesen Pfad der Rache nur geführt? Zu welchen Sinn?

Tag 98:
Sie kamen in der Nacht. So viele. Sie umstellten das Lager und ihre Feuer und Fackeln erhellten die Nacht. Doch griffen sie nicht an. Seit dem stehen sie da und scheinen zu warten. Keiner von ihnen kam. Keine Verhandlungen. Keine Bedingungen. Kein Angriff. Nur dieses Getrommel. Als wollte sie uns in den Wahnsinn treiben. Keiner von uns ist noch in der Lage sein Schwert zu heben. Ausser mir selbst, scheint es keinen mehr zu geben der nicht infiziert ist. Die meisten liegen in ihren Betten, oder dort wo sie umgefallen sind. Doch sie warten nur. Vielleicht warten sie darauf das wir alle von alleine zugrunde gehen. Von der Seuche dahingerafft. Welche Teufel.
Tag unbekannt:
Tagelang haben sie gewartet. Wie die Assgeier. Das einzige was wir sahen waren die dunklen Gestalten und Schatten die tagsüber um unser Lager herumschlichen. Wie stumme Wächter des Todes. Und Nachts waren da nur das Leuchten ihrer Lagerfeuer und Fackeln. Und diese Trommeln, die sich mit dem unaufhörliche Gestöhne und flehen unseres Lagers vermischte. Dann erst, ließ sie sich blicken. Ich weiss nicht wie viele Tage und Nächte sie gewartet haben. Immer mehr von uns sind gestorben. Immer mehr von uns sind verschwunden. Und dann kamen sie. Tagsüber. Es war wohl Mittag doch spielte es keine Rolle. Waren wir nicht mehr als hilflose, völlig wehrlose Lämmer. Einige töten sie und ich wurde zeuge von einer wilden Barbarei die ich in meinen schlimmsten Alpträumen mir nicht hätte vorstellen können. Doch die meisten ließen sie am leben. Sie stellten uns vor die Wahl, uns jener Macht die sie die Ölige Pestilenz nennen zu ergeben oder aber einen langsamen qualvollen Tod zu erleiden. Einige ergaben sich und man schaffte sie fort. Doch die meisten blieben den Elementen treu. Welcher Mut in dieser Auswegslosen Situation. Sie pferchten uns in Käfige auf Rädern. Ohne Rücksicht auf unseren Zustand. Kaum einer war in der Lage widerstand zu leisten. Zu sehr sind die Männer von der Seuche geschwächt. Wir sind in Richtung Osten unterwegs. Denke ich. Ich weiß nicht wie viele Tage. Die Sonne brennt erbarmungslos auf uns nieder und man gibt uns kaum Wasser oder Nahrung. Meistens ist dieses auch noch verdorben. Die Männer beten zu den Elementen doch ist die Erlösung aus diesen Alptraum nicht zu sehen. Ich werde immer wieder Ohnmächtig. Habe längst mein Zeitgefühl verloren. Alles ist verloren.

Tag 1 der Gefangenschaft:
Ich weiß nicht wie viele Tage wir unterwegs waren. Ich weiß nicht vor wie vielen Tagen wir überfallen worden sind und in Gefangenschaft gerieten. Ich weiß nicht wo wir sind. Daher habe ich beschlossen, das ich von diesen Eintrag eine neue Zeitrechnung beginne. Mein Tagebuch, meine Aufzeichnungen, sind das einzige was mir geblieben sind. Sie wissen davon, doch scheint es sie nicht zu interessieren. Einige von ihnen nennen mich den Gelehrten. Voller Spott. Doch was soll ich sonst tun? Bezweifle ich doch das jemand jemals diese Aufzeichnungen lesen wird, doch so habe ich wenigstens eine Aufgabe auf die ich mich konzentrieren kann. Wenn auch eine Sinnlose. Es waren nicht so viele wie ich zuerst angenommen hatte, die uns gefangen genommen hatten. Sie sperrten uns in Käfigen auf Wägen. Zerfallen und verrottet wirkten diese, wie alles was sie bei sich trugen, doch waren sie stabil gebaut. Auch jetzt wo ich in ihrem Hauptlager bin und ihre Behausungen und die Dinge die sie benutzen sehe, erweckt es den selben Eindruck. Alles scheint von einen Hauch des Verfalls behaftet zu sein. Alles ist verrottet und vergammelt. Primitiv und irgendwie zusammengebaut, doch erscheint alles recht zweckmäßig und seine Aufgabe soweit zu erfüllen. Als wir im Lager angekommen waren, sperrte man uns in große Käfige aus Bambusstäben mit scharfen Dornen, die mit scharfen Seilen einer mit unbekannten Pflanze zusammen gehalten worden sind. Die meisten der Männer meines Lagers sind hier bei mir im Käfig. Zusammen mit anderen gefangenen. Fast alle von ihnen sind krank. Doch man gab uns zu Essen und zu trinken. Diesmal war es wenigstens nicht verdorben und die Männer stürzten sich wie wilde Tiere darauf. Ich weiß nur noch das ich danach in einen tiefen Schlaf gefallen bin. Wie lange dieser dauerte kann ich nicht sagen. Unsere Bewacher kümmern sich kaum um uns. Sie bringen uns zweimal am Tag Nahrung mehr nicht. Gelegentlich kommen einige an die Käfige und begaffen uns wie Tiere im Zoo. Es ist schwer zu sagen was sie wollen. Die Männer haben jede Hoffnung auf Freiheit aufgegeben und warten nur noch auf den Tod. Vermutlich haben sie recht. Doch will ich nicht tatenlos hier rumsitzen so das ich unsere Peiniger genau beobachte und alles aufzeichne.

Tag 4 der Gefangenschaft:
Es ist fürchterlich was ich sehe. Ich hörte die Geschichten über jene die Servellia folgten und ich wollte sie nicht glauben. Dann sah ich die Dinge welche sie dem Land antun und ich erlebte sie im Kampf und ich war geneigt den Geschichten doch zu glauben. Doch jetzt, jetzt wo ich sie ständig sehe, wo ich beobachten kann wie sie leben fällt es mir schwer in ihnen den umbarmherzigen Feind, die Verräter an den Alten und den Elementen zu sehen. Natürlich behandeln sie uns feindlich und es kann keinen Zweifel geben das wir ihre Gefangenen sind. Völlig ihrer Gnade ausgeliefert. Doch sehe ich nun hier auch ein Volk , mir fällt kein besseresWort ein, welches sich aus Angehörigen der unterschiedlichsten Rassen Mistraperas zusammensetzt. Ich sehe viele Linesti. Also ist es wahr das sie sich wohl gegen die Alten Herrscher erhoben haben und rebellierten. Sie sind wie es scheint zu der Öligen Pestilenz übergelaufen, doch sehr glücklich wirken sie nicht über ihre Entscheidung. Niemand wirkt hier glücklich. Eher entschlossen und grimmig. Ich sehe Naldar und Edalphi. Aber auch angehörige aus den Völkern Ignis und Terras. Sie alle sind hier. Alle sind sie gezeichnet von der Seuche. Ich versuche immer noch körperliche Gemeinsamkeiten bei ihnen festzustellen doch es scheint unmöglich. Einige von ihnen sehen fürchterlich krank und gebrechlich aus. Ausgemergelt und enstellt. Nicht viel mehr als ein Haufen Fleisch mit Armen, Beinen und einen Kopf. Andere sehen wiederum relativ gesund aus. Ich kann unterschiedliche Merkmale erkennen die immer wiederkehren und ich vermute es sind Symptome von Krankheiten. Doch viele sind einfach nur fürchterlich entstellt. Als hätte man ihre Körper wie heißes Wachs verdreht. Einige von ihnen scheinen fürchterliche Mutationen erlitten zu haben. Ich kann Tentakeln und Klauen erkennen aber auch Fleischwülste und aufgeblähte Körper die jeden Moment zu platzen scheinen. Sie alle sind von Maden und Würmern befleckt. Und ständig sind Fliegen und andere Insekten um sie herum und im Lager. Die Tiere die sie als Reit und Lasttiere verwenden sehen nicht besser aus als ihre Herrn. Ich erkenne Pferde und Hunde, Ochsen und Esel... oder zumindest waren sie das einmal. Auch sie sind fürchterlich entstellt. Es ist als würde ich durch die Gitter des Käfigs auf eine pervertierte Spiegelbild des Landes und seiner Bewohner selbst blicken. Ist dies das wahre Gesicht der Öligen Pestilenz? Sie nennen sich selbst Berührte. Soweit ich es erkennen kann, vermute ich, kommt dies wohl daher, da sie denken sie seien von der Öligen Pestilenz berührt worden sein. Manchmal kommt es mir vor als würden sie darin etwas wunderbares sehen. Als seinen sie völlig von Sinnen. Dann wiederum blicke ich in ihre Augen und erkennen das Leiden und den Schmerz in ihrer Seele. Sie tragen die Kleidung ihrer Völker, doch wirken diese heruntergekommen, verdreckt und zerrissen. Doch wo einst die stolzen Symbole der Elemente waren, ist nun nur noch das seltsame Zeichen, welches, so vermute ich, das Symbol der Öligen Pestilenz ist. Einzig eine gelbe Schärpe scheinen sie alle als eine Art Symbol ihrer Einigkeit zu tragen. Ansonsten sieht es wie eine heruntergekommene, bunt zusammen gewürfelter Ansammlung von entstellten Ausgestoßenen vor. Sie tragen allerlei Rüstungen und Waffen. Einige wirken provisorisch wie viele Dinge im Lager. Selbst hergestellt mit den einfachsten Mittel. Andere sehen aus wie Beutestücke. Alles scheint aber von einen Verfall geprägt zu sein. Ihre Unterkünfte wirken wie die Zelte und Behausungen ihrer Völker, doch sind sie von Schimmel, Rost und Pilzen überzogen. Verdreckt und kaputt. Und es stinkt fürchterlich nach Urin, Kot, Erbrochenen und anderen ekelhaften Dingen.

Tag 5 der Gefangenschaft:
Heute Nacht sind drei weitere von uns gestorben. Die Berührten lassen sie einfach bei uns um Käfig liegen als kümmert es sie nicht. Wir legen die Toten in eine Ecke. Unfähig sie wirklich begraben zu können. Viele der Männer sind schwer krank und es ist mehr ein dahin vegetieren. Ab und zu verfallen die Männer in einen Wahnsinn. Meist geschieht es in Fieberanfällen. Sie schreien unverständliche Dinge. Die meisten von ihnen sind völlig ruhig und gelassen als sie wieder zu sich kommen. Kurze Zeit später werden sie von den Berührten aus dem Käfig gezerrt und wohin gebracht. Wir haben bis jetzt keinen einzigen von ihnen wiedergesehen. Die Männer haben große Angst.

Tag 8 der Gefangenschaft:
Letzte Nacht haben die Berührten so etwas wie eine Versammlung abgehalten. Ich bin mir nicht sicher, doch glaube ich einige der Männer gesehen zu haben, die man aus dem Käfig geholt hatte. Doch wirkten sie weniger wie Gefangene oder Sklaven. Eher als würden sie dazugehören. Kann das den sein? Sind diese tapferen Männer Schwach geworden und zum Feind übergelaufen? Es gab große Aufregung unter den Berührten doch konnte ich nicht erkennen worum es ging. Doch auch heute spürt man deutlich das sich etwas verändert hat. Es ist als würde in diesem Lager des Verfalls plötzlich so etwas wie eine Hoffnung eingekehrt sein. Oder nein, eher etwas was ihnen plötzlich auftrieb gibt. Vorher erschien es mir so als würden die Berührten selbst in einen Zustand der Ruhe- und Ziellosigkeit dahinvegetieren, doch nun scheint es so als würden sie wissen was sie zu tun haben. Uns erscheint es so, als würde man das Lager auf einen baldigen Aufbruch vorbereiten.

Tag 11 der Gefangenschaft:
Man brachte mich heute fort in ein großes Zelt. Obwohl dort auch der ständige Verfall allgegenwärtig war, wirkte es auf mich doch etwas besser als das restliche Lager. Ich nehme an es war das Zelt des Anführers. Ein Mann wartete dort, ich bin mir nicht sicher aber ich glaube er gehörte zu dem Volk der Edalphi. Doch war sein Gesicht so schrecklich verzerrt und seine Stimme war wie das raue Raspeln einer Säge. Jeder Atemzug den er machte wurde von einen Husten begleiten und alles war an ihn abstossend. Und zugleich hatte er etwas einnehmendes. Etwas sanft dominierendes. Man spürte wie Macht von ihm ausging ohne das er sie offen zur Schau stellte. Die Männer die mich in das Zelt brachten, brachten ihm Respekt entgegen und er benahm sie sehr kultiviert und höflich mir gegenüber, auch wenn er seinen Namen mir nicht nennen wollte. Wir unterhielten uns eine ganze Weile und auch wenn ich wusste das es eine Art Verhör war, gab es nie offen diesen Eindruck zwischen uns. Er behandelte mich auf eine seltsame Art Gast. Bekam ich sogar frisches Essen und Wein. Nicht der Frass den man uns sonst in den Käfig gab und auch nicht verdorben. Er stellte viele Fragen, einige beantwortete ich einige nicht, doch selten bohrte er nach oder sprach gar eine Drohung mir gegenüber aus. Ich werde aus diesen Mann nicht schlau doch habe ich einige Dinge erfahren. Ich weiß nicht ob sie der Wahrheit entsprechen. Ich weiß nicht ob es nicht Dinge sind die ich so hören sollte oder ob es ihm egal war das ich sie erfahre. Ich will mich aber nicht der Illusion hingeben, das er diese Informationen aus versehen preis gegeben hat. Dafür hatte er etwas viel zu kontrollierendes an sich.

Tag 19 der Gefangenschaft:
Wir ziehen gegen Osten. Glaube ich. Täglich werde ich zu meinen Gastgeber gebracht. Mir fällt keine bessere Bezeichnung ein. Wir unterhalten uns. Manchmal nur wenig, manchmal sehr ausführlich und stundenlang. Über allerlei Dinge. Als würde es keinen Krieg geben. Als wäre er nicht Herr dieser schreckliche Ansammlung von Erkrankten und ich nicht ihr Gefangener. Ich habe mich dabei erwischt es manchmal selbst zu vergessen, doch wenn man mich zurück in den Käfig bringt dann werde ich wieder an meinen Status hier erinnert. Was mich überrascht ist, das mein Gastgeber anscheinend sehr um sein Volk besorgt ist. Wenn er von ihnen spricht, so kommt er mir vor wie ein Vater der über seine Kinder spricht. Durch unsere Gespräche habe ich erfahren oder bin zu dem Schluss gekommen, da sie sich von den Elementen, den alten Herrschern und uns, ihren eigenen Brüdern und Schwestern aus ihren Völkern verraten fühlen. Sie geben uns nicht die Schuld dafür Krank zu sein. Sie geben uns die Schuld das wir ihnen nicht geholfen haben und wir nur tatenlos zusahen wie sie zugrunde gingen. Und sie klagen uns an, das wir sie töten wollten weil wir Angst vor ihnen und Ansteckung hatten. Was soll ich dazu sagen? Ich fürchte sie haben Recht und auch wenn es mich graut es eingestehen zu müssen, fürchte ich das wir diese Schuld uns selbst aufgeladen haben. Ich frage mich ob wir nicht diesen Krieg gegen die Ölige Pestilenz selbst verschuldet haben. Vor allen aber geben sie den Elementen schuld, das sie sich von ihnen abgewandt haben. Sie haben um Erlösung gefleht doch die Elemente schwiegen. Sie schwiegen als wir begannen sie zu jagen. Sie schwiegen einfach. Oder konnten die Berührten sie nur nicht mehr verstehen? Wollten sie dies überhaupt? Oder ist alles nichts weiter als eine große Lüge? Eine Lüge um sich selbst die Welt besser zu erklären? Um sich selbst eine Rechtfertigung zu geben? Ich weiß nicht was die Wahrheit ist, aber ich bin mir sicher das es für die Berührten die Wahrheit ist das die Elemente, die Alten und wir sie verraten haben. Dies mag die Erklärung für ihren Hass auf uns sein. Mir fallen di Worte meines alten Lehrers ein. Wenn wir frieden wollen, so müssen wir als erstes die andere Seite verstehen und auf sie zugehen. Frieden kann es nur geben wenn man sich vertraut und versteht. Doch ist dies überhaupt möglich? In einer solchen Situation?

Tag 20 in der Gefangenschaft:
Wir sind wohl an unserem Ziel angekommen. Es ist ein Heerlager der Öligen Pestilenz. Es sieht hier nicht anders aus als das Feldlager jener deren Gefangenen wir sind, doch ist alles hier so groß. Es scheint so als würden sich alle die der Öligen Pestilenz angefallen sind, hier versammeln. Welch schreckliche, große Armee sie doch darstellen. Neben den Berührten sehe ich aber auch hier Wesen wo ich mich fragen muss ob es jemals Menschen waren? Sie sind so schrecklich groß und entstellt das sie mir mehr wie der fleischgewordene Alptraum der Öligen Pestilenz vorkommen, als wirkliche Berührte. Und ich kann viele Linesti erkennen. Sie sehen erbärmlich aus doch scheint es mir nicht so als würden sie wirklich zu den Berührten gehören. Einige von ihnen sind von Krankheit und Mutation gezeichnet doch irgendwie scheinen sie sich von den Berührten abzutrennen. Als würden die Berührten sie als Menschen zweiter Klasse ansehen.

Tag 24 in der Gefangenschaft:
Seit dem wir hier angekommen sind, wurde ich nicht mehr fortgebracht. Man beachtet uns hier nicht mit mehr Interesse als vorher. Die Hälfte von uns ist gestorben der Rest vegetiert nur noch vor sich hin. Ab und zu holen sie jemanden von uns und schleppen ihn weg. Aber es ist nicht so wie vorher. Diejenigen die sie holen haben keine Anfälle oder so. ich weiss nicht nach welchen Muster sie die Leute auswählen.

Tag 31 der Gefangenschaft:
Man hat mich und drei andere aus den Käfig geholt und quer durch das Lager geschleift. Wir wurden zu einen Ansammlung von Zelten gebracht die irgendwie anders wirkten als das restliche Lager. Es wirkte alles recht sauber und obwohl diese Ansammlung der Zelte heruntergekommen war, hängt an ihnen nicht dieser Verfall wie im restlichen Lager. Ein seltsamer beißender Geruch liegt in der Luft und man hat und ins Einzelkäfige gesteckt. Kaum groß genug um sich vernünftig hinzusetzen. Einige Linesti bewegen sich zwischen den Zelten doch sie beachten und kaum. Man hat einen Aderlass an uns vorgenommen aber ansonsten kümmert man sich nicht um uns. Einmal am Tag kommt ein Berührter und bringt uns etwas zu essen. Wenigstens ist das Essen besser als vorher. Ich frage mich allerdings ob dies eine Art Henkersmahlzeit ist. Die Zelte sind so gebaut das wir kaum etwas sehen können. Ab und zu huschen einige Gestalten umher. Vor allen Linesti und Berührte. Aber ich glaubte einige male auch andere Gestalten gesehen zu haben die ich bisher noch nicht kannte. In den Zelten scheint immer Betrieb zu herrschen und wir hören manchmal seltsame Geräusche aber auch Schmerzensschreie aus ihnen. Was für entsetzliche Dinge mögen da bloss vor sich gehen?

Tag 32 der Gefangenschaft:
Einige Linesti kamen und haben wortlos zwei von uns aus den Käfigen geholt und in eines der großen zelte geschleppt. Wenig später hörten wir schreckliche Schreie und Geräusche. Ich vermute unsere Kameraden sind tot. Zurück brachte man sie auf jedenfall nicht.

Tag 33 der Gefangenschaft:
Der letzte meiner Kameraden wurde ebenfalls vorhin abgeholt und in eines der Zelte geschleppt. Ich hörte keine Schreie doch brachten sie ihn auch nicht zurück. Ich rechne nicht damit das ich ihn noch mal sehen werde. Vermutlich werde ich der nächste sein. Ich habe meine letzten Gebete zu den Elementen gesprochen und mit meinen Leben Frieden geschlossen. Ich bin bereit für den Tod.

Tag 35 der Gefangenschaft:
Sie kamen immer noch nicht um mich zu holen. Das schlimmste ist das Warten. Wenn es doch nur endlich vorbei wäre.

Tag 38 der Gefangenschaft:
Heute schleppte man mich aus dem Käfig in eines der Zelte. Es war voll mit seltsamen Appraturen die irgendwie alchemistisch und medizinisch aussahen. Doch wirkten sie auch irgendwie improvisiert und aus Teilen zusammengesetzt die dafür eigentlich nicht vorgesehen waren. Überall waren auch Gläser mit Organen oder anderen Dingen die ich nicht näher beschreiben konnte. Es brodelte an einige Stellen. Schläuche schlängelten sich durch das Zelt wie Schlangen und Blasebälger waren ständig am arbeiten, doch konnte ich nicht erkennen zu welchen Zweck. Auf einen großen Tisch lag die Leiche eines meiner Kameraden, den sie vor einigen Tagen aus den Käfig geschleppt haben. Er war gefesselt und völlig entstellt. Sein Körper war aufgeschnitten worden und viele seiner Innerrein lagen offen auf dem Tisch. Ich dachte zuerst er sei Tod doch dann musste ich mit entsetzen feststellen das er anscheinend noch lebte. Doch schien er völlig weggetreten zu sein. Überall war Blut und seltsame Gebilde die auf mich irgendwie Organisch wirkten. Aber ich habe so etwas noch nie gesehen. Es war wieE ja wie irgendein Ding das lebte. Diese Dinger hingen an Decken und Stangen, völlig willkürlich, als wären sie dort gewachsen. Einige hatten kleine Tentakel die wie kleine Beine wirkten, die sich unruhig hin und her schlängelten, doch waren es keine Beine. Das ganze Zelt erinnerte mich irgendwie an eine Mischung aus Feldlazarett, alchemistisches Labor und die Kammer eines Gelehrten. Neben den schrecklichen Dingen und Heilerbesteck, lagen auch viele Bücher und Schriftrollen rum und an den Wänden hingen Pergamentrollen mit seltsamen Schriftzeichen, Symbolen und Zeichnungen von Menschen. Die Berührten Ketteten mich an ein Gestell und verließen mich dann wieder ohne ein Wort zu sagen. Wenig später kam ein Linesti, doch war dieser völlig anders als alles andere was ich bisher in diesen Lager gesehen habe. Er trug irgendeine seltsame Apparatur oder Tank auf den Rücken, von der Schläuche in seinen Körper führten. Sie erinnerten mich ein wenig an einen Aderlass, nur wirkten die Wundstellen an denen die Schläuche in seinen Körper führten, irgendwie viel brutaler und grober als ich es von einen Aderlass kenne. Irgend eine weiße Flüssigkeit schien damit in seinen Körper gepumpt zu werden. Und obwohl auch er Spuren von Verfall und Beflecken aufwies, hatte seine Gestalt mit dem weißen Gewand doch etwas von einen Heiler. Allgemein wirkte er die ganze Zeit mehr wie ein Gelehrter. Der Linesti erschien mir gesünder als die anderen Berührten oder nein das ist schlecht formuliert. Nicht Gesünder, er war ausgemergelt, seine Haut war blässlich grau weiss. Er erschien mir irgendwie erschöpft als hätte sein Körper einen langen und harten Kampf und Reise hinter sich gehabt und bis jetzt noch keine Ruhe gefunden haben um sich zu erholen. Er musterte mich Aufmerksamkeit und murmelte einige Worte, während er auf einer alten Pergamentrolle etwas aufschrieb. Ich kam mir vor wie ein Stück Fleisch. Dann stach er mir mit einer großen langen Nadel und dicken Nadel unter meine Arme und ein brennender Schmerz durchfuhr meinen Körper. Ich verlor das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte, war ich in diesen Zelt. Es ist, obwohl auch hier alles heruntergekommen wirkte, wohl sehr wohlhabend eingerichtet. Zumindest für die Verhältnisse in diesem Lager, denke ich. Man hat mich gewaschen und ich habe frische, saubere, wenn auch etwas heruntergekommene Kleider der Naldar an. Ich möchte nicht daran denken, was aus den Vorbesitzer geworden ist. Die Stelle an der man mich gestochen hat, schmerzt und ein schwarzer Fleck ist dort. Was haben diese Teufel mit mir angestellt? Auf meiner Brust fande ich einen etwa handgroßen Schnitt, welcher aber sauber vernäht wurde. Besser als ich es jemals zuvor gesehen habe. Ich kann den Lärm des Lagers hören und vor dem Zelt steht eine Wache. Doch selbst wenn die Wache nicht dort wäre, wäre ich zu schwach um zu fliehen. Mein Körper fühlt sich grauenhaft an. Ich fühle mich total Schwach und habe schreckliche Kopfschmerzen. Ein Berührter kam vor kurzen in das Zelt und brachte mir Nahrung und Trank. Das Essen sieht normal aus und er lächelte mich höfflich und freundlich an. Er meinte ich sollte mich ausruhen und stärken den ich habe großes Glück gehabt. Später würde man sich mit mir beschäftigen. Wenn die Versammlung vorbei sei. Soll das eine Drohung sein? Doch wirkte er auf mich weder feindselig noch hinterhältig. Es war, so glaube ich, ein Naldar.

Tag 39 der Gefangenschaft:
Der seltsame Linesti und der Berührte der mir das Essen gebracht hat sind gemeinsam zurückgekehrt. Der Linesti hat sich als Luccion vorgestellt und bezeichnet sich selbst und die anderen Linesti die wie er sind, als Biothaumaturg. Er wollte nicht näher darauf eingehen und meinte später wäre dafür noch Zeit genug. Der Berührte, er stammt wirklich aus dem Volk der Naldar, heißt Vellar. Während Luccion sich mit mir auf eine sehr angenehme und entspannte Art und Weise unterhielt, räumte Vellar im Zelt auf und brachte einige Dinge fort und mischte sich nur gelegentlich in das Gespräch ein. Zuerst dachte ich er sei so was wie ein Diener von Luccion doch je länger ich die beiden beobachten konnte, wurde mir klarer das es sie sich wie Herr und Diener benahmen. Zwar war an Luccion etwas erhabenes wenn nicht sogar abgehobenes, doch benahm er sich Vellar nicht schlecht oder abfällig gegenüber. Er bat ihn ein zweimal um etwas, doch befahl er es nicht. Und Vellar hingegen hatte nichts unterwürfiges an sich und auch Luccion gegenüber trat er recht selbstbewusst auf. Sie benahmen sich wie zwei Personen die auf der selben Stufe sich befanden aber jeder eine andere Aufgabe hatte. Luccion blätterte in meinen Aufzeichnungen und stellte mir immer wieder Fragen zu einigen Eintragungen. Er war höflich, doch ließ er auch durchblicken das er notfalls anders sein könnte und das es an mir liegen würde wie meine Zukunft hier sein würde. Manchmal hatte ich das Gefühl als wäre er völlig wahnsinnig. Allerdings auf eine sehr gefährliche Art und Weise. Fragen beantwortete er mir so gut wie keine, doch meinte er ich würde später vielleicht antworten erhalten. Ich weiß nicht ob dies nur eine Lüge ist oder die Wahrheit. Er ist schwer zu durchschauen. Beide ließen mich letztlich wieder alleine. Ich sollte ruhen und mich erholen. Am nächsten morgen würde mich Vellar durch das Lager führen, wenn ich Interesse hätte.

Tag 40 der Gefangenschaft:
Vellar erschien am nächsten Morgen und brachte mir ein spärliches wenn auch gesundes und kräftiges Frühstück. Er entschuldigte sich dafür das es so wenig sei, doch meinte er sein Volk hätte nicht soviel und sie müssten sparsam mit den Dingen die sie haben umgehen. Ich muss gestehen, das ich mich immer noch an seine Person gewöhnen muss und sie etwas verstörendes an sich hat. Er ist von Krankheit gezeichnet. Überall hat er Flecken die wie Schimmel aussehen, sowie Narben und kleine eitrige Beulen wie von der Pest. Einige seiner Adern sind deutlich als schwarze, pulsierende Linien unter der gelblichen Haut zu erkennen und über seinen Augen hat er eine große Auswucherung. Sein rechter Arm scheint sehr verstümmelt oder nein, eher verdreht zu sein, dennoch scheint er damit recht gut zurecht kommen. Wenn er sich bewegt, dann zieht er stehst ein Bein etwas nach und er hat eine etwas gebückte Gestalt. Dennoch strahlt er eine gewisse Kraft und Selbstbewusstsein aus. Er scheint immer zu lächeln und von einen freundlichen Gemüt zu sein, auch wenn ich manchmal einen gewissen inneren Schmerz in seinen Augen zu lesen schien. Wie kann ein solches Wesen, das so schwer von einer Krankheit geplagt wird, dennoch so munter und aufgeweckt durch das Leben gehen? Nach dem Frühstück führte Vellar mich durch das Lager und beantwortete mir auch viele Fragen. Er kam mir dabei ganz offen und ehrlich vor. Einige der Berührten warfen mir zwar misstrauische, böse und hasserfüllte Blicke zu, doch irgendwie scheint die Anwesenheit von Vellar zu genügen das es dabei blieb. Das Lager selbst ich viel größer als ich dachte. Sehr viel größer. Und wo ich dachte das es sich hier um ein großes Feldlager einer Armee handelt, erschien es mir nun mehr wie ein großes Lager eines Volkes das auf Wanderschaft ist. Ich sah Personen aus allen Völkern Mistraperas und nach ihren heruntergekommenen Kleidungen auch aus jeder Kaste die es wohl gibt. Sie alle scheinen sich als gleichwertig anzusehen auch wenn ich hier und da gewisse Rivalitäten und Abneigungen unter den Berührten zu spüren schien. Vellar erklärte mir das sie alle in der Öligen Pestilenz sich als gleichwertig ansehen. Es würde keinen Herrn und keine Sklaven geben. Sie alle seien von der Öligen Pestilenz berührt worden und dies sei ein wunderbares Geschenk gewesen. Er sah wohl was ich von diesen Geschenk hielte, doch lächelte er darüber nur und meinte ich würde es schon irgendwann verstehen. Er akzeptierte meinen Ekel, meine Abscheu und Ablehnung der Öligen Pestilenz. Einfach so. Vellar erklärte mir auch das sein Volk sich in Stämmen aufteilte die manchmal in einen harten Konkurrenzkampf zueinander stehen würden. Einzig der Krieg gegen die Elemente, ihren Völkern und den Alten Herrschern die diesen noch treu sind, würde sie unter der Führung von Servellia und LarogTal vereinen. Über LarogTal konnte oder wollte er mir nicht viel sagen. So weiß ich nur das er ein Alter Herrscher des Wassers ist oder wahr. Er scheint den Stämmen der Pestilenz so etwas wie eine Kultur gegeben zu haben, auch wenn es mir nicht so ganz klar ist, wie diese aussehen soll. Servellia hingegen stammt aus dem Volk der Edalphi, und sie scheint so etwas wie LarogTals Lieblingsschülerin zu sein. Zumindest vermute ich dieses aufgrund der Erzählungen von Vellar. Sie scheint die geeinte Führerschaft der Stämme irgendwie abzulehnen und dennoch wird sie wohl von vielen in den Stämmen als die große Führerin angesehen. Die Art und Weise wie Vellar von ihr spricht, erweckt in mir den Eindruck das Servellia alles andere als eine wahnsinnige Verräterin an den Elementen ist, sondern viel mehr eine ruhige und besonnene Herrscherin die nur das beste für ihr Volk im Sinne hat. Wie kann dies nur zusammenpassen? Als wir durch das Lager gingen sah ich Dinge die so erschreckend normal waren. Ich sah wie die Berührten kleine Felder anlegten und irgendwas einpflanzten. Ich sah wie sie ihre Kleider notdürftig flickten, wie sie Werkzeuge herstellten und diese benutzen. Ich sah wie sie Rüstungen reparierten und ihre Waffen notdürftig in Stand hielten. Sie bauten eine einfache, primitive Wasseranlage und doch war diese wirkungsvoll. Überall sah ich die Kultur der Edalphi, der Linesti, der LonaAkata, der Boromar und Linesti durchschimmern, doch waren sie hinter einen Vorhang des Verfalls und manchmal auch pervertiertheit verschleiert. Bei allen wurde mir aber bewusst wie schwer diese Leute es wohl im Leben haben. Und das nicht nur wegen der Krankheiten die sie plagen. Wenn diese sie überhaupt plagen. Ich bin mir da mittlerweile nicht mehr so sicher. Die Stämme der Pestilenz scheinen auf jedenfall in sehr einfachen und primitiven Verhältnissen zu leben, doch erkenne ich darin auch einen starken Überlebenswillen und Einfallsreichtum. Sie scheinen auf eine pervertierte Art und Weise enger mit dem Land verbunden zu sein und somit mit den Elementen zu leben, wie sonst wohl niemand in Mistrapera.

Tag 45 der Gefangenschaft:
Ich habe in den letzten Tagen viel gesehen und vieles lässt mich nachdenken und die Dinge anzweifeln die ich einst als richtig angesehen habe. Ist die Seite der Elemente wirklich die einzig wahre und richtige Seite? Bisher sah ich die Ölige Pestilenz als einen grausamen Feind an. Und auch wenn ich mir immer noch sicher bin, das die Ölige Pestilenz als solche eine Geißel des Landes ist, fällt es mir doch immer schwerer diese Leute als die grausamen Feinde anzusehen wie ich sie einst sah. Sie kommen mir, trotz einer gewissen Aggressivität welche sie wohl zum Überleben auch brauchen, und ihrer entstellten Körper, so normal irgendwie vor.

Tag 47 der Gefangenschaft:
Ich fühle mich schlecht. Mir ist übel und ich habe einen nervtötenden Schluckreiz. Mein Kopf fühlt sich an als würde er explodieren und ich scheine an Fieber zu leiden. Vellar scheint sehr darüber erfreut zu sein, zumindest wirkt er so als würde er sich für mich freuen. Er redete ständig davon das ich mich den Geschenken öffnen sollte und die Herrlichkeit der Öligen Pestilenz wahrnehmen sollte. In der Tat erscheint er mir momentan wie ein Verrückter der nicht weiß was er brabbelt. Luccion hingegen scheint etwas besorgt zu sein und er gab mir einen ekelhaften Tee zu trinken und injizierte mir öfter etwas. Er meinte es könnte helfen wüsste es aber selber noch nicht so genau. Es klang als würde er an mir ein Experiment durchführen. Doch war ich zu schwach um mich überhaupt zu wehren. Vellar schien nicht sehr erfreut zu sein das Luccion versuchte mir zu helfen und es erschien mir so als würde sich eine gewisse Spannung zwischen den beiden aufbauen, doch trat diese nicht offen auf. Vellar begnügte sich nur traurig den Kopf zu schütteln, Luccion einige böse Blicke zuzuwerfen und mir mitleiderregende und immer wieder unverständliche Worte vor sich hinzumurmeln, als sei er gar nicht mit Luccions Handeln einverstanden.

Tag 50 der Gefangenschaft:
Mit geht es wieder besser. Luccion gab mir die Tage immer wieder irgendwelche Mittel welche er mir mittels eines seltsamen Gerätes injizierte. Ich müsste lügen wenn ich sagen würde das es angenehm war. Auch hatte ich den Eindruck als würde er verschiedene Dinge eher ausprobieren um zu sehen wie mein Körper darauf reagiert. Vellar scheint enttäuscht zu sein das es mir besser geht, aber er versucht es zu verbergen.

Tag 51 der Gefangenschaft:
Heute sah ich wie Luccion und andere Biothaumaturgen verzweifelt sich bemüht haben einen Berührten das Leben zu retten. Es war so seltsam dieses mitanzusehen. Wir waren gerade beim Mittagessen. Eines der wenigen, da man im Stamm nur selten genug Nahrung für ein Mittagessen hat. Und auch sonst war Luccion die letzten Tage immer sehr beschäftigt, zumindest sah ich ihn kaum. Doch schien er sich an dieser seltenen Gelegenheit zu erfreuen und wir redeten über viele Dinge und diskutierten über die Richtigkeit dieses Krieges. Ich muss gestehen, ich bin mir was dieses angeht mittlerweile alles andere als sicher. Dann stürmten auf einmal Berührte ins Zelt. Anscheinend gab es einen Notfall und bevor ich wirklich verstehen konnte was los ist, war Luccion bereits aufgesprungen und mit den Berührten aus dem Zelt gestürmt. Vellar und ich folgten ihnen und niemand schien sich um mich zu kümmern. Was genau geschehen war weiß ich nicht, doch war anscheinend ein Berührter, ein wahrer Riese der völlig entstellt und kaum noch was menschliches an sich hatte zusammen gebrochen. Neben Luccion waren da noch drei andere Biothaumaturgen die wie er diese seltsamen Geräte auf den Rücken trugen aus denen Schläuche in ihren Körper führten. Anscheinend hatten alle Biothaumaturgen diese. Ich muss gestehen dadurch das ich bisher nur Luccion kannte, habe ich diese Dinge einfach als etwas gesehen was er hatte ohne mir noch groß Gedanken darum zu machen doch nun warf es wieder Fragen auf. Die Biothaumaturgen kämpften verzweifelt um das Leben des Berührten. Sie injizierten ihn allerlei Dinge, benutzen Geräte die ich noch nie gesehen habe und deren Sinn mir völlig verschlossen blieben. Sie wirkten auf mich wie Ärzte und Heiler und zugleich aber auch irgendwie wie Magier. Ihre Bewegungen schienen völlig ineinander überzugehen, was mir verriet das sie eine eingespielte Gruppe waren. Immer wieder murmelte einer von ihnen seltsameWorte als würde er einen Zauber sprechen doch war es nicht so wie ich es sonst von Magiern kannte. Auch wenn ich gestehe das ich mich kaum in der magischen Kunst auskenne. Zum Schluss schnitten sie den Berührten sogar auf und schienen eine Art Operation an ihn vorzunehmen. Sie wirkten dabei sehr konzentriert und angespannt und doch schien jeder Handgriff von großer Entschlossenheit und Erfahrung geprägt zu sein. Doch muss ich auch sagen, erschien mir ihr vorgehen teilweise sehr brutal und direkt. Ich habe bereits Heiler auf dem Feld erleben, wie sie unter großer Anspannung schnelle Wundheilung vorgenommen hatten, aber das war etwas völlig anderes. Die Biothaumaturgen gingen recht rücksichtslos vor. Aber vielleicht sind die Berührten auch viel robuster als es den Anschein machte. Die Berührten um sie herum starrten auf das Spektakel mit großer Anspannung, Neugierde, Hoffnung und Verzweiflung. Ich sah in manchen ihre Angst und Mitleid regte sich in mir. Ja auch wenn es schwer zu beschreiben ist wieso, irgendwie hoffte ich das sie das Ding retten konnten. Doch nach einiger Zeit gaben die Biothaumaturgen den Kampf auf. Große Trauer schien die Berührten zu erfassen und Luccion wirkte niedergeschlagen. Ich habe dies schon bei Ärzten gesehen, deren Patienten ihnen unter den Fingern weggestorben ist. Er war ruhig und gefasst und dennoch spürte man seine Verzweiflung. Ich wollte etwas tröstendes sagen, doch Vellar zog mich fort. Er meinte später man sollte ihn nun am besten in Ruhe lassen, er würde sich schon wieder fangen, doch jetzt ist es besser in einfach alleine zu lassen. Ich vertraue Vellar in diesen Punkt. Er kennt Luccion länger als ich.

Tag 55 der Gefangenschaft
Ich habe seit dem Notfall Luccion nicht wieder gesehen. Vellar meinte er vergräbt sich in seiner arbeit. Das würde er immer so machen wenn er jemanden verliert. Auch Vellar scheint niedergeschlagen zu sein und ich denke über das was ich erlebt habe viel nach. Ich fragte wer der Riese war, doch Vellar konnte es mir nicht sagen. Er meinte er gehöre zu einen anderem Stamm. Als ich ihn fragte warum er dann so niedergeschlagen sei, sagte er das er über jeden Verlust trauert den sie erleiden. Er verstand das es manchmal notwendig ist und man es nicht vermeiden konnte, dennoch sollte man jedes Opfer beklagen. Ich verstand es nicht wirklich wie er dann diesen Krieg unterstützen konnte und so fragte ich ihn. Ich wünschte mir ich hätte es nicht getan. Die Frage schien wie eine Ohrfeige zu sein für ihn und in kurzer Zeit erlebte ich einen völlig anderen Vellar. Er war so voller Hass auf die Elemente und allen die ihnen dienten und folgten. Auch auch schien es mir so als würde er diesen Hass auch auf mich zu schleudern. Er brüllte mich an wie ich dazu kommen würde solche Fragen zu stellen. Das es doch die Elemente und ihre Anhänger waren die ihn und sein Volk verraten und hintergangen hätten. Das wir es waren die den Krieg anfingen aus Angst vor Ansteckung. Weil wir sie nicht verstehen und die Elemente keine Neuerung dulden würden. Daher würden sie auch nicht die 2.Schöpfung dulden. Er beschuldigte mich und die anderen Blinde Narren zu sein die den von Eigennutz geprägten Elementen nur all zu gerne folgen ohne die Ungerechtigkeit zu sehen in der wir lebten. Er erzählte von der Versklavung der Linesti durch die Alten Herrscher und der Ouai. Von der starren Geisteshaltung der Elemente und der Alten Herrscher nichts neues zu akzeptieren. Er meinte dies sei der Grund warum die Linesti sich auch erhoben haben und gegen ihre Herrn rebellieren und sich der Öligen Pestilenz angeschlossen haben. Er erzählte voll eifer von der großen Freiheit in der Öligen Pestilenz und das es hier keine Unterschiede zwischen den Völkern und Stämmen geben würde. Er erzählte von der Kraft und der Herrlichkeit der Öligen Pestilenz und was für wunderbare Geschenke sie einen geben würde wenn man sich ihr nur öffnete und sie annahm. Ich muss gestehen am Anfang überraschte mich dieser Hass und die Wut die in Vellar anscheinend steckte, doch dann erkannte ich immer mehr die Wahrheit in seinen Worten. Und er sprach wohl viele wahre Worte. Doch je länger er sprach wurde er immer mehr wie ein Fanatiker, der voller blinden Hass auf alles war was gegen ihn war. Er schien selbst zu den zu werden was er so verteufelte. Irgendwann stürmte er ziemlich Wutentbrannt aus dem Zelt und ließ mich alleine mit meinen Gedanken zurück.

Tag 56 der Gefangenschaft:
Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und dachte über dieWorte Vellars und all der Dinge die ich in der letzten Zeit gesehen habe nach. Und immer wieder wurde mir klar das ich im Grunde nichts begriff. Was waren Luccion und die anderen Biothaumaturgen wirklich? Warum waren sie hier? Warum war Vellar so hasserfüllt? Und was war die Ölige Pestilenz wirklich? Welchen Sinn hatte all dieses hier? Doch konnte ich keine Antworten finden. Ich beschloss Luccion aufzusuchen. Als ich vor das zelt trat und ich eine erstaunte Wache sah, sagte ich ihr das ich Luccion sprechen wollte, doch sie schien nur irritiert zu sein. Doch deutete sie auf ein Zelt als würde sie sagen wollen das ich ihn dort finden würde. Es war seltsam. Zwar wusste ich das ich ein gefangener wahr doch benahmen sie sich nicht so und auch ich Vergas diesen Umstand jederzeit. Könnte es sein das ich einfach so gehen könnte? Wieder eine Frage auf die ich keine Antwort hatte. Ich ging zu Luccion und obwohl mich einer der Berührten mit Abstand begleitete, hielt mich doch niemand auf. Ich fand Luccion in dem Zelt wo wir uns zum ersten mal begegnet sind. Es war immer noch so seltsam in diesen, auch wenn der Gefangene auf dem Tisch weg war. Ob er wohl gestorben ist? Oder hat man ihn nur fortgebracht? Zurück in den Käfig. Das innere des Zeltes hatte etwas von einer Folterkammer an sich. Luccion blickte mich erstaunt an, anscheinend hat er nicht damit gerechnet das ich ihn hier aufsuchen würde. Obwohl es mir als vielleicht unklug erschien stellte ich ihn doch zur rede. Ich wollte Antworten auf all meine Fragen. Er blickte mich lange und überrascht an und schien zuerst darüber nachzudenken ob er mir die Antworten geben würde doch dann kam er wohl doch zu dem Schluss das ich sie erhalten sollte. Er erklärte mir das die Ölige Pestilenz das ist für das wir es alle halten. Eine Seuche. Die Summe aller Seuchen. Sie sei etwas so gewaltiges und unvorstellbares das Worte nur Schwer ausreichen würden sie zu beschreiben. Er erzählte mir das die Berührten irgendwie in einen Wahn gefangen sein mit der Öligen Pestilenz eins werden zu wollen. Das sie alle einen Pakt mit ihr eingegangen seien. Und egal wie schwer die Ölige Pestilenz sie zeichnen würden, sie würden keine negative Auswirkungen davon spüren. Er und die anderen Biothaumaturgen, die alle Linesti sind, würden LuranArons Weg, einen Alten Herrscher des Wassers, um die Ölige Pestilenz zu erforschen und ein Mittel zu finden ihr Volk , die Linesti wieder zurück in die Freiheit zu führen. Er erzählte mir das die Linesti sich gegen die Alten Herrscher des Wassers erhoben haben das sie für diese nichts als Sklaven sein. Sie schlossen sich der öligen Pestilenz an in der Hoffnung hier Freiheit zu finden, doch fanden sie diese nicht. Im Gegenteil sie würden hier nur noch eine schlimmere Versklavung erdulden müssen. LuranAron selbst versucht mit einigen getreuen ein Mittel gegen die Ölige Pestilenz zu finden. Sie hätten ein Serum gefunden doch dieses hat sich nach kurzer Zeit als wirkungslos herausgestellt. Er und die anderen Linesti unter den Biothaumaturgen, haben sich LuranAron angeschlossen, obwohl sie ihn als Alten Herrscher verachteten, um ein Mittel zu finden ihr Volk und vielleicht auch die anderen Berührten von der Öligen Pestilenz zu befreien. Sie hätten ein Serum das sie vor der Öligen Pestilenz schützt, darum ist er und die anderen Biothaumaturgen auch gesund geblieben. Doch hilft dieses Serum nicht um die Ölige Pestilenz zu besiegen. Er berichtete mir von seiner arbeit. Ich war fasziniert und erschrocken zugleich. Sie benutzen eine seltsame Kraft die sie selbst als Biothaumaturgie bezeichnen. Eine Mischung aus Wissenschaft, Alchemie und Magie. Luccion und die anderen leben bei den Stämmen als Ärzte und Heiler um das Leid zu lindern und die Ölige Pestilenz soweit wie möglich unter Kontrolle zu halten. Und anscheinend haben sie wirklich ein wenig Kontrolle über die Seuche. Doch zu welchen Preis? Sie tun Dinge die an Grausamkeit meine Vorstellungskraft übersteigt. Er sagt es sei notwendig und wenn ich ihn anblicke erkenne ich Wahrheit in seinen Augen. Er glaubt dies wirklich. Ich sehe in Luccion ein zerrissenes Wesen. Es ist der selbe Wahnsinn den ich auch in Vellar und den anderen Berührten gesehen habe.

Tag 64 der Gefangenschaft:
Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich muss Weg von hier. Zwar habe ich nicht das Gefühl als würde Luccion, Vellar oder einer der anderen hier mir etwas böses antun wollen, denn sonst hätten sie es bereits getan, aber je länger ich hier bleibe, desto mehr fürchte ich um meinen Verstand. Ich kann dieses Leuten nur mein Mitleid für ihr Schicksal entgegenbringen. Und meinen Respekt für ihre Zähigkeit und Überlebenswillen. Aber ich will auch nicht meine Augen davor verschließen das viele von ihnen zu brutalen Monstern geworden sind. Heute Abend wird eine große Versammlung stattfinden. Ich denke das dies der beste Augenblick für eine Flucht ist. Ich weiss nicht ob ich zu den Elementen beten soll, den mir wurde klar das diese nicht besser sind als die 2.Schöpfung. Vellar hat mit vielen das er gesagt hat, recht. Es wäre falsch zu sagen das die 2.Schöpfung, die Verfemten wie wir sie nennen, einzig und alleine der Grund für diesen Krieg sind. Letztlich sind wir es die diesen krieg führen, ihn wollen und ausfechten.