”Forschungen zum Tode des ehrenwerten Hochrichter Abbar Selonas“
Aufzeichnung von Mihlai Koplen - Gelehrter, Medicus und Chronist zu Terra Ankor Zum Tode Abbar Selonas

Der Leichnam des ehemaligen Hochrichters Abbar Selonas wurde zur eingehenden Untersuchungen in das Hospiz in Terra Ankor gebracht. In meiner Funktion als Medicus wohne ich der abschließenden Untersuchung zur Feststellung der Todesursache bei. Die äußerliche Untersuchung des Körpers ließ keine Rückschlüsse auf einen gewaltsamen oder extern herbei geführten Tod zu. Für sein Alter von 48 Jahren war der Richter in sehr guter körperlicher Verfassung. Auffällig waren lediglich seine Pupillen, über die ein weiß-grauer Schleier lag. Mir war bis jetzt nicht bewusst, dass der ehrenwerte Hochrichter unter Seh-Problemen litt. Auch die herbeigerufenen Magiegelehrten scheinen zu keinen außergewöhnlichen Erkenntnissen gekommen zu sein. Immerhin haben sie sich sehr lange Zeit hinter verschlossenen Türen mit dem Leichnam beschäftigt und auch zum Teil lautstarke Diskussionen geführt um schlussendlich mitzuteilen, dass es keine Außergewöhnlichkeiten gäbe. Ich konnte einem Ihrer Gespräche als Beistehender allerdings entnehmen, dass die Seele des ehrenwerten Richters wohl bereits zu den Elementen übergegangen sei, was auch immer damit gemeint sei. Somit kann ich in meiner Funktion als Medicus und Chronist und im Einklang mit den Meinungen meiner geschätzten Kollegen, den natürlichen Tod des ehrenwerten Hochrichters Abbar Selonas testieren. Der Leichnam wird in den kommenden Tagen in Ignis Hände übergeben!Mögen die Elemente stets über die Seele dieses ehrenwerten, gerechten und großartigen Mannes wachen.
”Studien zu Avalgaar U Stab des Hohen Richters“
Aufzeichnung von Mihlai Koplen - Gelehrter, Medicus und Chronist zu Terra Ankor.
Avalgaar - Der Stab des Hohen Richters
Avalgaar - strahlt dieser Name nicht Würde, Erhabenheit und Gerechtigkeit aus? Avalgaar ist der Richtstab des ehrwerten verblichenen Hochrichters Abbar Selonas. Seit dem ich den ehrenwerten Richter das erste mal zu Gesicht bekam, war dieser Stab stets sein treuer Begleiter über all die Jahre hinweg, ein Zeichen seines Ranges, seiner Bedeutung wie auch schließlich ein Zeichen seiner selbst. Wie der ehrwerte Hochrichter in Besitz des Stabs gekommen ist, vermag ich leider nicht zu sagen. Meine Nachforschungen verliefen sich sehr schnell im Sand. Auch gebührte es mir nicht, den ehrwerten Hochrichter zu Lebzeiten auf den Ursprung seines Stabs anzusprechen. Der Richter führte den Stab stets an seiner Seite und man erzählt sich, dass er den Stab dazu nutzte Delinquenten und Verbrechern ihre Taten, Vergehen vor Augen zu führen. So weit spricht der Volksmund. Fundierte wissenschaftliche Beweise dazu sind mir so weit nicht bekannt. Auch keiner meiner werten Kollegen konnte dies bestätigen oder beweisen und meine Forschungen diesbezüglich waren ebenso ergebnislos. Daher stellt dies für mich nur ein Schauermärchen dar. Der Stab besteht aus einem circa zweieinhalb Zoll langen Schafft, an dessen oberen Ende ein hell grün leuchtender und pulsierender Kristall von drei Schneiden eingefasst ist. Der Schafft selbst ist aus strahlend weißem Holz gefertigt und über seine ganze Länge sind filigrane hell blau leuchtende Runen in das Holz eingearbeitet. Die aus den drei Schneiden gefertigte Fassung und der darin gehaltene Kristall haben eine Länge von geschätzt einem halben Zoll. Auf den schwarzen Schneiden selbst wiederum sind goldene Runen und Maserungen eingelassen. Wie ich aus verlässlicher Quelle erfahren habe, befindet sich Avalgaar seit dem Tod des ehrenwerten Hochrichters auf Geheiß der Nyame unter Verschluss. Angeblich wird er von mehreren Ihrer besten Soldaten und Magiegelehrten bewacht.
Nachtrag:
Der Leichnam des ehrwerten Hochrichter Abbar Selonas wurde vor nunmehr einem Mond in die schützenden Hände Ignis übergeben. Am Hofe und im Kreis des Gefolges der Nyame kursieren hinter vorgehaltener Hand gar erschreckende Geschichten und Gerüchte über den ehrwerte Hochrichter und sein unerwartetes Ableben. Der Stab habe zu Ihm gesprochen und in den Wahnsinn getrieben erzählen sie, oder er habe freiwandelnd mit eigenem Geiste den Richter im Schlafe erschlagen. Erschreckend und beschämend wie respektlos so kurz nach seinem Ableben schon über diesen edlen und gerechten Mann geredet wird. Er ist zum Akteur von Schauergeschichten und Volksmärchen verkommen, welch Schande.
Nachtrag Zwei:
Mir ist es gelungen durch ein paar Silber Handgeld für eine kurze Zeit zum verwahrten Stab zu gelangen. Da seit meinen ersten allgemeinen Studien zu Avalgaar schon mehrere Jahre vergangen sind, ergreife ich nun die Gunst der Stunde, einmal einen Blick aus nächster Nähe auf dieses mächtige Relikt werfen zu können. Auffällig an der Erscheinung des Stabs, im Vergleich zu meinen früheren Studien von vor 6 Jahren, ist die Intensität der Leuchtkraft. Mögen mich meine Augen im flackernder Zwielicht der Kerzen täuschen, aber ich würde schwören, dass das hell grüne Leuchten und Pulsieren das ich damals festgestellt habe, einem eher dunklen und tief grünen trägen Wabern gewichen ist. Der Glanz der den Schafft zierenden Runen erinnert nun eher an das schwere tiefe Blau der stürmischen See, als das helle kräftige Blau von damals. Auch an der Fassung scheint der Zahn der Zeit nicht spurlos vorbeigegangen zu sein. Die drei Schneiden samt Kristall ist von einer Art dunkel grün ins schwarze übergehenden Aura umgeben. Auch die goldenen Inschriften und Muster haben deutlich an Glanz verloren und wirken nun eher in einen rötlich braunen Rostton. Wenn ich es selbst nicht besser wüsste und dieWorte und Eindrücke die ich wiederholt in meinem Gehirn durchdacht und analysiert habe nicht vollkommen wider allem mir Bekannten stünden, müsste ich zum Schluss kommen, dass Avalgaar einer Art Alterungsprozess erlegen ist. Alles in Allem umgibt den Stab eine seltsame kühle Aura, die mich dazu bewegt, den Stab nicht näher zu untersuchen oder ihn gar zu berühren. Meine innere Stimme sagt mir, dass es wohl besser für mich ist, meine Forschungen an diesem Punkt abzubrechen. Auch ist meine ungestörte Forschungszeit gleich zu Ende und ich möchte mein Glück nicht über Gebühr strapazieren und am Ende den Unmut der Nyame auf mich ziehen.
Nachtrag Drei:
Wie an mich herangetragen wurde, ist kurz nach meinem gestrigen Besuch die ehrwerte Nyame samt Ihrem Gefolgen an hohen Magiebegabten und engsten Vertrauten an der Verwahrungsstätte eingetroffen und haben das Gebäude erst nach über 7 Stunden wieder verlassen. Während dieser Zeit war das Gebiet weiträumig für den Zugang der Bürger gesperrt. Beim Verlassen des Gebäudes schien die Herrin des Gegensatzes mit ihren engsten Vertrauten angestrengt zu diskutieren. Als ich heute Morgen auf dem Weg zum Markt an der Verwahrungsstätte vorbeiging, war weder die Türe verschlossen noch Wachen anwesend.